Ich bleibe.
Begleitung im Ausnahmezustand
Für Fachkräfte, Angehörige und Ehrenamtliche,
die Kinder mit komplexer Behinderung begleiten
und auch in schwierigen Situationen handlungsfähig bleiben wollen.
Max liegt im Bett.
Er krampft seit Stunden.
Seine Familie ist im Haus.
Aber nicht bei ihm.
Sie sitzen in der Küche.
Sprechen über ihn —
nicht mit ihm.
Die Hilflosigkeit ist groß.
So groß,
dass sogar im Raum steht,
den Eltern das Sorgerecht zu entziehen.
Und trotzdem passiert: nichts.
Ich stehe vor der Tür.
Und ich frage mich:
Darf ich das?
Bin ich die Richtige?
Aber ich spüre:
So wie es ist,
kann es nicht bleiben.
Ich treffe eine Entscheidung.
Ich gehe rein.
Ich bin da.
Ich setze mich zu ihm.
Ohne Plan.
Ohne perfekte Lösung.
Einfach da.
Langsam verändert sich etwas.
Erst kaum spürbar.
Dann kommen sie.
Die Eltern.
Die Schwestern.
Zurück in den Raum.
Zurück zu ihm.
Sie bleiben.
Und Max stirbt nicht allein.
Sondern umgeben von seiner Familie.
Was vorher da war,
war Distanz.
Was am Ende bleibt,
ist etwas anderes:
Menschen, die bleiben.
Handlungsfähig bleiben, wenn niemand mehr weiterweiß
Ich arbeite in Situationen, in denen Unsicherheit entsteht und Handeln schwerfällt.
Wenn Verhalten nicht mehr einzuordnen ist.
Wenn emotionaler Druck entsteht.
Wenn Menschen ausweichen — obwohl sie bleiben wollen.
Ich begleite Fachkräfte, Angehörige und Ehrenamtliche genau in diesen Momenten.
Nicht mit schnellen Lösungen.
Sondern indem ich dabei unterstütze, wieder wahrzunehmen, zu verstehen und handlungsfähig zu werden.
Meine Arbeit verbindet fachliches Wissen über Verhalten und komplexe Behinderung mit einer klaren Haltung:
hinsehen statt ausweichen.
bleiben statt gehen.
So entsteht Orientierung — auch in Situationen, die sich zunächst nicht lösen lassen.